Store Credit vs. Punkte im Kontext von Retention-Software

2024-01-24

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Loyalty-Programme haben sich in der heutigen wettbewerbsintensiven Marktwelt zu einem wichtigen Baustein der Kundenbindung entwickelt. Es ist entscheidend, dass Kunden immer wieder zurückkommen - Studien zeigen, dass schon eine Steigerung der Kundenbindung um 5 % den Gewinn um 25 % bis 95 % erhöhen kann. Außerdem stammen oft fast 75 % des Umsatzes von treuen Kunden. Diese Zahlen machen deutlich, warum Unternehmen - ob groß oder klein - in Loyalty-Programme investieren, um Dir als Kunden Belohnungen zu bieten und Dich zu weiteren Käufen zu motivieren.

Wenn es darum geht, ein Loyalty-Programm zu gestalten, stellt sich die Frage, welche Art von Belohnungswährung angeboten werden soll. Solltest Du Punkte vergeben, die Du sammeln und später eintauschen kannst? Oder lieber Store Credit anbieten - also einen Geldwert, den Du beim nächsten Einkauf verwenden kannst? Beide Ansätze haben ihre Vorteile und leidenschaftliche Befürworter. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Debatte „Store Credit vs. Punkte“, erklären, wie beide Systeme funktionieren, und zeigen Dir, wann welcher Ansatz für Dein Business am besten geeignet ist. Dabei betrachten wir, wie diese Methoden in moderne Retention Software Strategien eingebettet werden, um das Engagement der Kunden zu maximieren.

Was sind Punkte?

Für viele Loyalty-Programme sind Punkte das bevorzugte Belohnungssystem. Du verdienst Punkte, wenn Du etwas kaufst oder andere Aktionen durchführst - und später kannst Du diese Punkte gegen Belohnungen wie Rabatte, Gratisprodukte oder exklusive Vorteile eintauschen. Es ist ein bisschen wie ein Spiel: Je mehr Du einkaufst, desto mehr Punkte sammelst Du - was Dich dazu motiviert, immer wieder vorbeizuschauen. Unternehmen machen es oft noch spannender, indem sie Stufen oder Statuslevels einführen - denk an Programme wie Sephora’s Beauty Insider oder Vielfliegerclubs, bei denen das Erreichen einer höheren Stufe (z.B. Silber, Gold, Platin) Dir zusätzliche Vorteile bringt. Diese gestaffelte Struktur macht das Sammeln von Punkten besonders lohnend und spornt Dich an, vielleicht sogar den VIP-Status zu erreichen. Ein alltägliches Beispiel ist das Starbucks Rewards-Programm: Du sammelst „Stars“ mit jedem Kaffee, und wenn Du bestimmte Meilensteine erreichst, gibt’s Gratisgetränke oder besondere Leckereien. Punkte verwandeln den Einkauf in eine spaßige Reise, bei der es nicht nur um den Kauf selbst, sondern auch um Deinen Fortschritt geht.

Vorteile von Punkten:
Punkte bringen ein spielerisches Element ins Einkaufen und setzen auf Gamification - Du siehst Deinen Punktestand wachsen und rückst Deinem nächsten Reward näher. Die gestaffelte Struktur der Belohnungen sorgt dafür, dass Du immer motiviert bleibst: Erreichst Du genug Punkte, kommst Du in eine Premium-Stufe mit exklusiven Vorteilen wie kostenlosen Upgrades, Geburtstagsgeschenken oder Vorabzugang zu Sales. Außerdem bieten Punkte eine enorme Flexibilität: Sie können in unterschiedlichste Prämien umgewandelt werden, je nachdem, was Dich gerade am meisten reizt. Für Unternehmen ermöglicht ein Punktesystem zudem kreative Aktionen - zum Beispiel Bonuspunkte für Empfehlungen, Social-Media-Aktivitäten oder Bewertungen - und hilft dabei, die Kosten zu kontrollieren, da Du die Umrechnung und den Zeitpunkt der Belohnung selbst bestimmen kannst.

Wann sind Punkte die bessere Wahl?
Punkte sind ideal, wenn Du eine tiefere Bindung zu Deiner Marke aufbauen möchtest - statt nur eines einfachen Rabatts. Wenn Deine Marke auf Erlebnisse, Community oder einen Premium-Status setzt, verstärkt ein Punktesystem genau diese Verbindung, indem es Dir exklusive Vorteile bietet, die Teil der Markenidentität sind. Besonders wenn Deine Gewinnmargen knapp bemessen sind, können Punkte vorteilhaft sein, da Du den Belohnungswert erst bei Erreichen eines bestimmten Punktestands freigibst. Punkteprogramme funktionieren zudem hervorragend in Online- oder App-Umgebungen, wo es einfach ist, Deinen Punktestand zu verfolgen, personalisierte Angebote zu erhalten und zusätzliche Aktivitäten (wie Bewertungen oder Empfehlungen) zu belohnen. All diese Faktoren machen Punkte zur idealen Wahl, wenn das Ziel ist, durch langfristiges Engagement und ein Gefühl des Fortschritts Deine Loyalität zu fördern.

Was ist Store Credit?

Store Credit bedeutet im Grunde, dass Dir ein bestimmter Geldbetrag als Belohnung gutgeschrieben wird, den Du bei Deinem nächsten Einkauf verwenden kannst. Anstatt abstrakte Punkte zu sammeln, erhältst Du beispielsweise 5 oder 10 Euro, die Du als Guthaben nutzen kannst. Wenn Du schon einmal ein Produkt zurückgeschickt hast und statt einer Rückerstattung einen Gutschein bekommen hast, kennst Du das Prinzip von Store Credit. Es ist ganz einfach: Hast Du Store Credit, kannst Du diesen Betrag an der Kasse einlösen und Deinen Einkauf damit vergünstigen. Keine komplizierten Umrechnungen - 10 Euro Guthaben bedeuten einfach 10 Euro Rabatt. Moderne Retention Software und Loyalty-Plattformen ermöglichen es Unternehmen, Store Credit als Belohnung zu vergeben, weshalb diese Methode besonders bei Loyalty-Programmen beliebt ist, die auf Einfachheit setzen.

Vorteile von Store Credit:
Ein großer Vorteil von Store Credit ist die Klarheit und Einfachheit. Du weißt genau, was Du hast - 10 Euro Guthaben sind eben 10 Euro wert, was es super einfach macht, den Wert zu erkennen und zu nutzen. Diese Direktheit verbessert das Einkaufserlebnis, weil Du nicht erst herausfinden musst, wie viele Punkte für welchen Rabatt nötig sind. Außerdem führt Store Credit oft zu höheren Einlösequoten, denn Du nutzt Dein Guthaben gerne, weil es sich wie „echtes Geld“ anfühlt. Es ist fast so, als würdest Du ein kleines Geschenk erhalten - wer möchte nicht gerne etwas „kostenloses Geld“ ausgeben? Für das Unternehmen ist eine hohe Einlösequote ebenfalls positiv, denn das bedeutet, dass Du als Kunde wiederkommst, um mit Deinem Guthaben weitere Einkäufe zu tätigen. Ein weiterer Pluspunkt ist die sofortige Belohnung: Sobald Du z.B. 10 % Store Credit auf Deinen Einkauf bekommst, wird Dein Konto direkt gutgeschrieben - so spürst Du sofort, dass sich Deine Treue auszahlt. Das kann besonders wirksam sein, denn Untersuchungen zeigen, dass viele Kunden ein Belohnungssystem schnell vergessen, wenn es zu lange dauert, bis sie etwas einlösen können. Store Credit hilft hier, indem es Dir sofortigen Wert bietet. Außerdem wird Store Credit oft im Rahmen von Retouren oder als Kundenservice-Geste eingesetzt: Anstatt Dir eine Rückerstattung zu gewähren, bekommst Du Guthaben, was den Umsatz sichert und Dich gleichzeitig zu einem erneuten Einkauf animiert. Letztlich kann Store Credit Deine Zufriedenheit steigern und ein positives Gefühl gegenüber der Marke erzeugen.

Wann funktioniert Store Credit am besten?
Store Credit eignet sich besonders, wenn Du auf sofortige Einsparungen setzt. Wenn Dein Business vor allem über Preisvorteile konkurriert oder Deine Kunden sehr preissensibel sind, kann ein kleiner Cashback-Betrag nach dem Einkauf sehr verlockend sein. Er reduziert direkt Deinen nächsten Einkaufswert und spricht damit Kunden an, die immer das beste Angebot suchen. Das macht Store Credit ideal für Aktionen wie „Gib 100 Euro aus, erhalte 5 Euro zurück“, die schnelle Wiederholungskäufe fördern. Besonders im stationären Handel ist Store Credit oft leichter umsetzbar, da es unkompliziert an der Kasse verwendet werden kann - ganz ohne komplizierte Technik. Auch für kleine Unternehmen oder solche ohne ausgeklügeltes Loyalty-System ist Store Credit oft einfacher zu managen als ein aufwendiges Punktesystem. Kurz gesagt: Wenn Du eine unkomplizierte, sofortige Belohnung bieten möchtest, die Dich direkt zu einem erneuten Einkauf motiviert, ist Store Credit genau das Richtige.

Vergleich: Punkte vs. Store Credit

Schauen wir uns an, wie Punkte und Store Credit im direkten Vergleich abschneiden:

  • Transparenz vs. Abstraktion:
    Store Credit ist unkompliziert - 1 Euro Guthaben entspricht 1 Euro, den Du ausgeben kannst. Der Wert ist sofort ersichtlich. Punkte hingegen sind etwas abstrakter; zum Beispiel könnten 1.000 Punkte einen 10-Euro-Rabatt bedeuten oder Dir ein Gratisprodukt einbringen - je nachdem, wie das Programm gestaltet ist. Diese Abstraktheit kann manchmal verwirrend sein oder den Belohnungswert weniger greifbar machen. Andererseits ermöglicht die Flexibilität von Punkten, den wahrgenommenen Wert gezielt anzupassen - beispielsweise kann ein hoher Punktestand für ein Luxusprodukt diesen Bonus besonders attraktiv erscheinen lassen, auch wenn die tatsächlichen Kosten relativ gering sind. Rein in Sachen Klarheit liegt Store Credit im Vorteil, da hier keine versteckten Umrechnungen nötig sind.

  • Einlösung und Engagement: Store Credit wird in der Regel schnell eingelöst - wer möchte nicht „kostenloses Geld“ ausgeben? Das führt oft zu höheren Einlösequoten und schnellen Wiederholungskäufen - genau das, was ein gutes Loyalty-Programm erreichen soll. Punkte hingegen erfordern oft etwas Geduld, denn es dauert, bis Du genügend Punkte gesammelt hast, um einen Reward zu erhalten. Wenn der Weg zum Reward zu lang oder kompliziert ist, kann das Dein Interesse dämpfen. Aber für diejenigen, die gerne sammeln und sich auf einen großen Reward freuen, kann ein Punktesystem eine spannende Herausforderung sein - besonders wenn ein großer Preis oder ein VIP-Status winkt. Es hängt also davon ab, ob Du eher auf sofortige Befriedigung oder auf das Gefühl, auf etwas Großes hinzuarbeiten, stehst.

  • Emotionale Bindung: Ein Punktesystem kann eine stärkere emotionale Bindung zu Deiner Marke aufbauen. Wenn Du Punkte sammelst und einen VIP-Status erreichst, fühlt es sich so an, als wärst Du Teil eines exklusiven Clubs. Vielflieger- oder Hotelprogramme haben das perfektioniert - Du fühlst Dich stolz und besonders, was über den reinen Geldwert der Punkte hinausgeht. Store Credit dagegen wirkt eher transaktional; es ist im Grunde ein Rabatt auf Deinen nächsten Einkauf. Cashback-Belohnungen, also Store Credit, können sich manchmal weniger „besonders“ anfühlen, da sie nicht das exklusive Feeling eines Punktesystems vermitteln. Wenn es Dir also darum geht, ein Community- oder Lifestyle-Gefühl rund um Deine Marke zu schaffen, könnte ein Punktesystem mit Gamification und Statuslevels der richtige Weg sein. Store Credit wird zwar geschätzt, aber es vermittelt nicht das Gefühl, ein echter VIP zu sein - es ist mehr ein einfaches „Danke für Deinen Einkauf, hier ist ein kleiner Rabatt.“

  • Kosten und Verbindlichkeiten: Auch aus geschäftlicher Sicht unterscheiden sich die beiden Ansätze. Store Credit wird als zukünftiger Rabatt betrachtet - ein klar definierter Geldwert, der oft als Verbindlichkeit in den Büchern geführt wird (ähnlich wie bei einem Geschenkgutschein). Du musst also damit rechnen, dass Du Dein Guthaben irgendwann einlöst. Punkte hingegen sind bis zur Einlösung eher ein Versprechen als ein unmittelbarer Kostenfaktor - Du bestimmst, wann und wie sie in konkrete Belohnungen umgewandelt werden. Das bedeutet, dass Punkteprogramme oft die Liquidität schonen, weil nicht bei jedem Kauf sofort ein direkter Wertnachlass gewährt wird. Allerdings ist hier das richtige Gleichgewicht wichtig: Werden Punkte nie eingelöst, sparst Du zwar Geld, aber das Loyalty-Programm erzielt nicht den gewünschten Effekt, und die Kunden könnten enttäuscht sein. Werden sie in großen Mengen eingelöst, musst Du dafür gerüstet sein. Kurz gesagt: Store Credit ist ein klar kalkulierbarer Kostenpunkt, während Punkte flexibler sind, deren Kosten aber bei Einlösung entstehen - etwas, das Du bei Deiner Entscheidung unbedingt berücksichtigen solltest.

Zusammengefasst bieten Punkte Flexibilität und die Möglichkeit, kreativ zu werden (zum Beispiel durch Stufen, Abzeichen und spezielle Rewards), während Store Credit für Klarheit und sofortige Vorteile sorgt. Die Entscheidung hängt letztlich davon ab, welches Einkaufserlebnis Du bieten möchtest: Eine spannende Reise mit Zielen, die es zu erreichen gilt, oder einen unmittelbaren Mehrwert bei jedem Einkauf. Es gibt keine allgemeingültige Antwort - es kommt ganz auf Deine Kunden, Deine Produkte und den Stil Deiner Marke an.

Der Hybrid-Ansatz: Das Beste aus beiden Welten?

Für viele Unternehmen ist es gar nicht immer eine Frage von entweder/oder. Manche Loyalty-Strategien kombinieren Punkte und Store Credit, um die Vorteile beider Ansätze zu nutzen. So kann ein Händler Dir bei jedem Einkauf einen kleinen Prozentsatz als Store Credit anbieten (was Dir sofort einen Mehrwert verschafft) und gleichzeitig ein Punktesystem betreiben, das langfristig größere Rewards oder einen VIP-Status ermöglicht. Dieser Hybrid-Ansatz fördert sowohl kurzfristiges als auch langfristiges Engagement: Das Store Credit regt Dich dazu an, bald wieder vorbeizuschauen, während das Punktesystem Dich motiviert, auf größere Belohnungen hinzuarbeiten - wirklich das Beste aus beiden Welten!

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Dir als Kunden die Wahl zu lassen oder unterschiedliche Belohnungstypen für verschiedene Aktionen einzusetzen. Ein Unternehmen mit gesunden Margen könnte zum Beispiel erlauben, dass Du Punkte in Store Credit umwandelst, oder ein Mischsystem anbieten, bei dem Du sowohl sofortige Rabatte als auch das Sammeln von Punkten für größere Ziele genießen kannst. Moderne Loyalty-Software unterstützt diese Flexibilität und ermöglicht ein personalisiertes Erlebnis. Einige Guides schlagen sogar vor, dass Du bei hochmargigen Produkten ein Hybridprogramm einsetzt, bei dem Dir die Wahl zwischen Cashback und Punkten offensteht - oder dass besonders wertvolle Rewards bei hohen Punkteständen vergeben werden. Wichtig ist dabei, dass das System intuitiv bleibt: Du möchtest nicht mit zu vielen Regeln oder unterschiedlichen Währungen verwirrt werden. Wird es richtig umgesetzt, spricht eine Kombination aus Punkten und Store Credit unterschiedliche Motivationen an: Einerseits belohnt es Dich mit einem schnellen Vorteil, andererseits hast Du immer noch einen Anreiz, langfristig treu zu bleiben.

Abschließende Gedanken

Letztendlich können sowohl Punkte als auch Store Credit effektive Werkzeuge in Deinem Kundenbindungs-Arsenal sein - beide zielen darauf ab, Dich als treuen Kunden zu halten. Punkte stehen für eine spannende, langfristige Reise mit Belohnungen und einem Hauch Exklusivität, während Store Credit unmittelbaren Mehrwert bietet und Deinen nächsten Einkauf direkt vergünstigt. Überlege also, welche Variante am besten zu Dir und Deiner Marke passt. Liebst Du den sofortigen Rabatt, oder reizt Dich das Gefühl, auf einen großen Reward hinzuarbeiten? Sind Deine Margen so beschaffen, dass großzügige Cashback-Angebote möglich sind, oder ist ein flexibles Punktesystem für Dich vorteilhafter? Es gibt keine pauschale Lösung - viele Unternehmen stellen sogar fest, dass eine Mischung aus beiden Ansätzen das perfekte Rundum-Erlebnis schafft.

Das Wichtigste ist, dass Dein Loyalty-Programm loyalitätsfördernd und einfach zu nutzen ist. Ein kompliziertes oder wenig lohnendes Programm erzielt kaum Wirkung - egal, welche Methode Du wählst. Passe Dein Programm an Deine Zielgruppe an, nutze die Daten und Funktionen Deiner Retention Software und finde heraus, was Dich wirklich anspricht. So maximierst Du das Engagement und sorgst dafür, dass Du immer wieder gerne zurückkommst. Denn Loyalität ist eine Zwei-Wege-Straße: Wenn Dir als Kunde tolle Rewards geboten werden, kommst Du auch gerne immer wieder in den Store. Viel Erfolg bei Deiner Kundenbindung und happy retaining!

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